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Liv: das neue Leben einer Holzkiste

holzkistli Liv

«Wegwerfen? Nein! Aus dieser Kiste lässt sich doch noch was Schönes machen!» Ganz ehrlich: Hätte ich gewusst, wie viel Arbeit da auf mich zukommen würde, hätte ich das wohl nicht ganz so salopp dahingesagt…

Aber von vorne: Es war einmal ein altes, billiges Holzkistli, das als Pflanzenständer und Materialkiste zugleich diente. Mit den Jahren war es von der Sonne ganz gelb geworden und hatte einige Wasserflecken abbekommen. Also ab in den Sperrmüll damit? Mein Upcycling-Herz sagte natürlich spontan nein. Da müsste doch was draus zu machen sein!

Holzkistli Liv vorher
Ausgangslage: ein altes Kistli, das seinen Zenit definitiv überschritten hatte…

Die Idee war schnell geboren: Die Kiste sollte eine Tür erhalten, um den Inhalt elegant verstecken und gleichzeitig die Topfpflanze in den Fokus zu rücken. Der neue Look der Kiste sollte passend zu ihrem Zweck in Dunkelgrün und Weiss gehalten werden. Praktischerweise hatte ich von beiden Farbtönen noch Kreidefarbe an Lager.

Fototransfer mit Potch

Das Türli sollte aber nicht langweilig Weiss bleiben, sondern ein Pflanzenmotiv erhalten. Dazu wollte ich mal wieder «potchen» – eine Technik, die ich liebe! Dabei wird ein Motiv ab Papier mithilfe eines speziellen Leims auf den Untergrund übertragen. Das Ganze funktioniert mit verschiedenen Untergründen wie zum Beispiel Holz, Stoff oder Leinwand. Auf Holz haftet das Motiv zudem auch auf Kreidefarbe, solange diese noch nicht mit Wachs oder Lack weiterbehandelt wurde.


Dazu braucht es:

  • Motiv, spiegelverkehrt (kommt umgedreht auf den Untergrund) mit Laserdrucker auf Papier gedruckt (wichtig: Die Farbe muss wasserfest sein, das ist bei Laserdruckern sicher der Fall. Bei Tintenstrahldruckern ist die Tinte im Normalfall nicht wasserfest und bleibt deshalb nicht haften).
  • Fototransfer Potch, eine milchig klebrige Flüssigkeit
  • Wasser
  • für Ungeduldige: einen Föhn, um das Trocknen zu beschleunigen

Und so gehts:

  • Papier und Untergrund grosszügig und gleichmässig mit Potch bestreichen.
  • Papier mit der Motivseite nach unten auf den Untergrund legen. Sorgfältig glattstreichen (zum Beispiel mit einer Rakel), bis keine Luftblasen mehr vorhanden sind.
  • Entweder über Nacht trocknen lassen oder mit dem Föhn behandeln (ca. 10 Minuten).
  • Nun wirds nass und krümelig: Die Oberfläche mit Wasser benetzen und das Papier mit einem Schwamm oder mit den Fingern vorsichtig wegrubbeln. Das Papier löst sich von der Oberfläche, während die Farbpartikel haften bleiben.
  • Zum Schluss Oberfläche mit Lack oder Wachs versiegeln.
Experiment gelungen

Mein Fotopotch-Endprodukt ist ganz gut gelungen, finde ich. Ich hatte mir zuvor ein bisschen Sorgen gemacht, wie gut sich die filigranen Blätterspitzen meines Motivs übertragen lassen würden. Zum Glück umsonst gesorgt!

Tür mit Fotopotch bearbeitet
Fototransfer auf Holz, vorbehandelt mit weisser Kreidefarbe

Jetzt galt es «nur» noch, Scharniere ans Türli anzubringen und dieses an die Kiste zu schrauben. Jaaa- leichter gesagt als getan … Scharniere anschrauben gehört definitiv nicht zu meinen Kernkompetenzen …
Als Türgriff wählte ich einen grünen Kommodenknopf, den ich in meinem Fundus zu meiner Freude noch entdeckt hatte.

holzkiste liv nachher

Et voilà – das alte Kistli erstrahlt in neuem Glanz!